Lektion 3

App Store-Optimierung, Teil 2: Abschlussraten

Bei ASO geht es nicht nur um Kategorien, Keywords und Bewertungen – dafür zu sorgen, dass Nutzer Ihre App finden, ist lediglich der erste Schritt. Sie müssen diejenigen, die Ihre App finden, auch davon überzeugen, die App herunterzuladen.

Hier kommt es häufig auf die Materialien an, die Sie im App Store verwenden, vor allem das App-Symbol, die Screenshots und die Videos. Diese Elemente fassen wir unter dem Oberbegriff „Creative Assets“ zusammen. Diese sollten eine prägnante und wirkungsvolle Botschaft vermitteln, damit die Nutzer dazu bewegt werden, einen Schritt weiterzugehen und die App herunterzuladen.

Schauen wir uns das genauer an …

Ihre Creative Assets

Das Design von Creative Assets, mit denen neue Nutzer dazu bewegt werden, Ihre App herunterzuladen, ist halb Wissenschaft und halb Kunst. Im Allgemeinen sollten Sie einfache, attraktive und klare Assets erstellen. Wissenschaftlich gesehen, sollten Sie viel experimentieren, um herauszufinden, welche Grafiken und Botschaften zu einer höheren Anzahl hochwertiger Nutzer führen. Bereits sehr kleine Änderungen können sich gewaltig auf Ihre Kampagne auswirken.

Außerdem müssen Sie berücksichtigen, welche Wirkung Ihre Creatives in den verschiedenen Märkten und Regionen möglicherweise haben. Beispielsweise signalisiert die Farbe Rot in den USA eine Gefahr, steht in China aber für Glück. Daher eignet sich diese Farbe eher nicht für ein Symbol einer App, die Sie international vertreiben möchten.

Seien Sie sich im Klaren, dass dieser Prozess zum größten Teil aus Recherche und Tests besteht. Möglicherweise müssen Sie feinste Anpassungen vornehmen, um Ihre Strategie zur globalen Nutzerakquise zu optimieren.

Die Creative Assets, die Sie für Ihre App entwickeln, können Sie auch anderweitig verwenden, beispielsweise auf Ihrer Website, aber den größten (bezifferbaren) Effekt haben sie bei der App Store-Optimierung. Sehen wir uns nun die einzelnen Assets näher an.

App-Symbole: Einfach und skalierbar

Obwohl Ihr App-Symbol nur wenige Pixel umfasst, hat es immensen Einfluss. Es ist das erste sichtbare Element, dem die Nutzer begegnen, wenn sie eine App Store-Liste anzeigen. Alle diese Pixel müssen sich so ineinanderfügen, dass sie auf einfachste Weise transportieren, worum es in Ihrer App geht.

Halten Sie die Symbole einfach und skalierbar. Beachten Sie, dass die Symbole an verschiedenen Stellen und in unterschiedlichen Größen angezeigt werden. Wenn Sie sichergehen möchten, dass das Symbol immer gut aussieht, halten Sie es einfach. Das Symbol von „Cartwheel by Target“ beispielsweise kombiniert die bekannte „Zielscheibe“ der Target-Kette mit der Grafik eines Einkaufswagens, damit die Botschaft (Sparangebote und Coupons) sofort vermittelt wird.

Betrachten Sie die Wettbewerber. Gibt es eine Standardsymbologie oder eine Farbpalette, die Ihre Konkurrenz verwendet? Im Idealfall können Sie transportieren, dass Ihre App zur selben Gruppe wie die der Wettbewerber gehört, und sich gleichzeitig von der Masse abheben.

Seien Sie einzigartig und wiedererkennbar. Setzen Sie Ihre Kenntnisse über die Wettbewerber ein, um sich abzuheben. In der Paarung aus Einfachheit und einem Alleinstellungsmerkmal liegt die wahre kreative Kunst.

Testen, testen, testen. Natürlich müssen Sie zunächst selbst Ihr Symbol lieben, aber gleichzeitig müssen Sie dafür sorgen, dass diese Liebe auch bei den Nutzern entfacht wird. Testen Sie daher immer, ob Ihr Symbol auch für die verschiedenen Länder geeignet ist, in denen Sie Ihre App anbieten.

Screenshots: Unerlässlich und unwiderstehlich

Betrachten Sie Screenshots nicht nur als ein Mittel, um die Funktionalität Ihrer App zu präsentieren, sondern auch als eine Werbefläche, die ein unwiderstehliches Bild Ihres Produkts zeigt. Jeder Screenshot sollte jeweils einen besonderen Vorzug demonstrieren und wenn möglich um einen kurzen Text ergänzt werden, in dem den Nutzern die wichtigsten Features erläutert werden. Beachten Sie folgende Regeln:

Priorisieren Sie Kernbotschaften. Zeigen Sie die wichtigste Funktion Ihrer App.

Nutzen Sie alle verfügbaren Screenshots. Der iOS App Store erlaubt nur fünf Screenshots, Google Play dagegen acht. Die meisten potenziellen Nutzer betrachten nur die ersten beiden Screenshots, die ohne Blättern zu sehen sind. Daher haben diese ersten beiden Screenshots eine ganz besondere Bedeutung und sollten den wichtigsten Teil Ihrer Botschaft transportieren. Wenn ein potenzieller Nutzer auch zu den anderen Screenshots weiterblättert, bedeutet dies, dass er ernsthaftes Interesse hat.

Nehmen Sie die Nutzer an die Hand. Die Screenshots sollten so angeordnet werden, dass sich ein gewisser Fluss ergibt. Ihre Nutzer sollen den Eindruck haben, als würden sie einer spannenden Geschichte folgen. So erhöhen Sie gleichzeitig die Chance, dass sie mehr als die ersten beiden Screenshots betrachten.

Diese Screenshots für Tinder vermitteln den Nutzern einen Überblick über die Funktionsweise der populären App und erzählen gleichzeitig eine fesselnde Geschichte über das Finden des richtigen Partners. Nur drei Screenshots zeigen uns, was die App tut, wie sie es tut und wer die Zielgruppe ist.

Videos: Kurz aber effektiv

Sowohl Google Play als auch der iOS App Store erlauben kurze Videos, die definitiv Nutzer anlocken können, wenn sie gut gemacht sind. Zahlreiche Studien belegen, dass sich Nutzer lieber ein Video ansehen als einen Text zu lesen.

Videos sind jedoch eine nicht unbeträchtliche Investition, beachten Sie also folgende Tipps, bevor Sie die Videoproduktion angehen.

Beachten Sie die Gesamtlänge. Die ersten fünf Sekunden sind entscheidend. Halten Sie das Video so kurz wie möglich. Der Branchenstandard liegt momentan bei 15 bis 30 Sekunden. Nutzen Sie diese Sekunden mit Bedacht.

Zeigen Sie die entscheidenden Features zuerst. Stellen Sie die wichtigsten Verkaufsargumente für Ihre App an den Anfang des Videos, und versuchen Sie nicht, alle Features in das Video zu stopfen. Halten Sie das Tempo stramm, aber nicht zu schnell.

Fordern Sie direkt zum Handeln auf. Sagen Sie den Zuschauern am Ende des Videos, was sie als Nächstes tun sollen. Erinnern Sie sie bei jeder Gelegenheit daran, dass sie Ihre App gleich herunterladen und verwenden sollen.

Halten Sie sie einfach, und nutzen Sie Texteinblendungen. Da viele Nutzer das Video ohne Ton ansehen, sollten Sie die wichtigsten Punkte auch anhand von Texteinblendungen beschreiben und ablenkende Effekte oder Überblendungen vermeiden.

Das Video der privaten Finanz-App Mint erklärt präzise den Mehrwert der App, demonstriert die wichtigsten Features, erläutert die Bedienung und die Vorteile und geht proaktiv auf Fragen ein. Keine leichte Aufgabe bei etwa 30 Sekunden Zeit.

Copyrights und Richtlinien beachten

Selbstverständlich müssen Sie sich beim Erstellen von Screenshots oder Videos für Ihre App Store-Seite an alle Gesetze zum Urheberrecht halten und Bilder und Musik ordnungsgemäß lizenzieren. Beachten Sie außerdem alle Regeln und Richtlinien des jeweiligen App Stores. Schließlich möchten Sie wohl kaum jede Menge Zeit, Aufwand und Geld in ein großartiges Creative Asset investieren, das dann von den App Stores abgelehnt oder wegen Urheberrechtsverletzungen gelöscht wird.

Bewertungen und Rezensionen: Zuhören und reagieren

Hier finden Sie heraus, was die Nutzer an Ihrer App mögen und was nicht, sowie welche Verbesserungen und Angebote sie sich wünschen. Bewertungen und Rezensionen bieten eine der wenigen Gelegenheiten, die Nutzer und ihre Meinungen direkt zu beobachten, was sich als überaus nützlich erweisen kann.

Außerdem kennt jeder Marketer die Macht des „Social Proof“, also des Phänomens, dass Menschen sich in ihrem Verhalten an anderen Menschen orientieren. Die Nutzer möchten keine Zeit mit nicht vertrauenswürdigen Apps verschwenden, also lassen sie sich bei ihren Entscheidungen von Rezensionen und Bewertungen leiten. Je mehr positive Bewertungen und Rezensionen Sie erhalten, desto beliebter und wertvoller wird Ihre App erscheinen und schließlich auch werden.

Wichtig ist, dass Sie darüber zwar keine direkte Kontrolle haben, es aber durchaus Wege gibt, Ihre Nutzer in eine positive Richtung zu lenken.

Um bessere Bewertungen und Rezensionen zu erhalten, sollten Sie Folgendes tun:

Auf Ihre Nutzer hören

Dies sollte selbstverständlich sein, aber Sie müssen Ihre Rankings und Rezensionen im Auge behalten, um zu ermitteln, wie Updates und Features bei den Nutzern ankommen. Rankings und Rezensionen sind ein wesentlicher Faktor für die Analyse des Erfolgs Ihrer App und können Aufschluss über mögliche Verbesserungen geben, die Sie vielleicht in Ihr Produkt implementieren sollten.

Auf die Nutzer eingehen

Verarbeiten Sie Nutzerfeedback nicht nur mit Produktanpassungen hinter den Kulissen, sondern zeigen Sie, dass Sie zuhören. Dies kann über Ihren Blog und im Rahmen von Release Notes geschehen. Sowohl im iOS App Store als auch auf Google Play können Sie direkt auf Nutzerfeedback antworten. So können Sie beweisen, dass Sie sich kümmern und auf Ihre Kunden hören. Wer mit dem Gedanken spielt, Ihre App herunterzuladen, kann sehen, dass Ihr Team aktiv mit Nutzern interagiert und sich bemüht, Verbesserungen umzusetzen.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich Bewertungen zwar verbessern können, wenn Sie sich um Probleme kümmern und Korrekturen vornehmen, aber das kann eine Weile dauern. Haben Sie Geduld, und versuchen Sie, sich jeden Tag ein bisschen zu verbessern.

Kurz nach der Veröffentlichung von Layout from Instagram, einer Fotobearbeitungs-App, waren 11 % der Bewertungen mit nur 1 Stern. Nachdem man sich aber sorgfältig mit dem Nutzerfeedback befasst und direkt mit angefragten Updates reagiert hat, erfreut sich die App aktuell einer Bewertung von 4,5 im App Store dank kontinuierlicher 5-Sterne-Rezensionen.

Auf Höhepunkte in der App zielen

Erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit für positive Rezensionen, indem Sie um Feedback bitten, wenn ein Nutzer gerade einen tollen Moment mit Ihrer App erlebt hat, zum Beispiel gerade eine Herausforderung oder wichtige Aktion gemeistert oder einen neuen Level erreicht hat.

Eine weitere häufig eingesetzte Methode ist das Sammeln von Feedback per In-App-Umfrage. Wenn ein Nutzer eine niedrige Bewertung abgibt, bitten Sie ihn um direktes Feedback. Wenn er eine hohe Bewertung abgibt, fragen Sie ihn, ob er eine Bewertung im App Store abgeben möchte. Setzen Sie diese Taktik aber sparsam ein, damit sich Ihre Nutzer nicht belästigt oder überbeansprucht fühlen.

An vertrauenswürdige Rezensenten wenden

Bitten Sie Beta-Tester oder Berufskollegen um ehrliche Rezensionen im App Store. Dies ist besonders zu Beginn des App-Lebenszyklus wichtig, wenn nur wenige (oder gar keine) Rezensionen auf der App Store-Seite vorhanden sind. Beginnen Sie einfach mit Freunden und Verwandten, aber gehen Sie dann dazu über, durch einige der oben beschriebenen Methoden weitere Rezensionen zu bekommen.

Denken Sie daran, dass Sie ausgewählte Rezensionen als Zitate in Ihre App-Beschreibung einbinden können. Und auf Google Play können Sie positive Rezensionen auf Ihrer Seite anpinnen.

Wenn Sie die Nutzerreaktionen immer im Auge behalten und fortwährende Optimierungen umsetzen, um gutes Feedback zu erhalten, stellen Sie möglicherweise erhöhte Abschlussraten über die App Store-Seite fest. Hören Sie zu, reagieren Sie, testen Sie, optimieren Sie.

Lernen Sie weiter

Im nächsten Thema befassen wir uns mit App-Interaktionen. Dort lernen Sie, über die Downloads hinaus zu denken und eine App zu kreieren, zu der die Nutzer immer wieder zurückkehren.

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