Lektion 2

App Store-Optimierung, Teil 1: App-Findbarkeit

Es folgt ein wichtiger Fakt: In den App Stores von Google und Apple gibt es über zwei Millionen Apps, und täglich kommen mehr als tausend neue Apps hinzu.

Und ein weiterer Fakt: Über 65 % der App-Downloads resultieren aus organischen Suchen im App Store.

Daraus folgt, dass eine sorgfältig ausgearbeitete Strategie zur App Store-Optimierung (ASO) entscheidend für den Gesamterfolg Ihrer App ist. Und angesichts der überfüllten App Stores reicht es nicht mehr aus, einfach nur die richtigen Keywords zu wählen.

Die meisten App-Downloads resultieren aus der Suche

Wie können Sie also unter mehr als zwei Millionen Apps im iOS App Store und auf Google Play Ihre Position verbessern? Diese Frage beantworten wir in den beiden folgenden Lektionen.

Offen gesagt gibt es einige Aspekte von ASO, die Apple und Google streng behüten – dies sind Firmengeheimnisse. Ähnlich wie bei der Suchmaschinen-Optimierung, bei der es um Schutz vor Betrug geht, geben diese Unternehmen die genauen Algorithmen nicht preis, mit denen sie bestimmen, wo und wie eine App in ihren Stores auftaucht.

Doch es gibt eine Reihe bewährter grundlegender Methoden, die Sie sofort anwenden können, um Ihr Ranking positiv zu beeinflussen und Ihre App effizienter und kostengünstiger für eine größere Zahl von potenziellen Nutzern sichtbar machen zu können.

Schauen wir uns diese Grundlagen jetzt an. Wir beginnen mit dem Verbessern der Findbarkeit und betrachten anschließend, wie Sie die Anzahl der Nutzer erhöhen, die Ihre App auch herunterladen, wenn sie sie gefunden haben.

Keywords wählen

Die App Store-Algorithmen entscheiden anhand des Titels, der Beschreibung und der Keywords Ihrer App, ob Sie in die relevanten Suchergebnisse der Nutzer aufgenommen werden. Wählen Sie Ihre Worte daher mit Bedacht. Aber angesichts von Millionen von Apps in den größten App Stores ist die Wahl der geeignetsten Keywords kein einfaches Unterfangen.

Ihre Keyword-Strategie darf sich weder im luftleeren Raum befinden, noch darf sie statisch sein. Sie muss dynamisch und langlebig sein und den Wettbewerb, kulturelle Verschiebungen und den Einfluss auf das Ranking, das Downloadvolumen und den Umsatz Ihrer App berücksichtigen.

Stellen Sie zunächst sicher, dass der App-Name nicht mehr als 50 Zeichen umfasst. Dies entspricht der neuen Regel für den iOS App Store, mit der verhindert werden soll, dass Unternehmen ihre App-Namen mit Keywords überfrachten. Bei Google Play ist die Obergrenze 30 Zeichen. Ein längerer Name erhöht auf keiner der beiden Plattformen die Chancen, dass neue Nutzer Ihre App finden, und könnte sogar eher unseriös wirken. Halten Sie den Namen also kurz und aussagekräftig.

Vor der Obergrenze von 50 Zeichen:
Prisma: Art Photo Editor with Free Picture Effects & Cool Image Filters for Instagram Pics and Selfies
Groupon: Deals, Coupons & Shopping: Discounts on Local Restaurants, Events, Hotels, Yoga & Spas

Nach der Obergrenze von 50 Zeichen:

  • Prisma: Photo Editor, Art Filter Pic Effects
  • Groupon: Deals, Coupons & Discount Shopping App

Die Beispiele Prisma und Groupon oben zeigen, dass Sie zwar durchaus noch Keywords in den Namen aufnehmen können, bei der Auswahl der Keywords aber extrem selektiv vorgehen müssen.

Wie wählen Sie also die besten Keywords aus?

Relevante Keywords sammeln

Der erste Schritt auf dem Weg zur Optimierung Ihrer App Store-Keywords erfordert den guten alten gesunden Menschenverstand. Keiner kennt Ihre App und Ihr Marktsegment besser als Sie. Welche Begriffe fallen Ihnen spontan ein? Welche Begriffe verwenden die Kunden in Ihrer Branche am häufigsten? Führen Sie im Team ein Brainstorming durch, um eine Liste mit Keywords zusammenzustellen.

Als Faustregel sollten die Wörter so spezifisch wie möglich sein: Durch welche speziellen Features oder Vorteile setzt sich Ihre App von anderen ab?

Wenn Sie beispielsweise eine Reise-App veröffentlichen, werden Sie mit dem Keyword „Reise“ nur schwer in die vorderen Ränge kommen. Wenn Ihre App aber ein tolles Feature besitzt, mit dem Reisende nach verbilligten Tickets suchen können, eignet sich möglicherweise ein Keyword wie „Billigflüge“.

Keywords basierend auf Suchvolumen und Schwierigkeit

Verlassen Sie sich beim Ermitteln von Begriffen, die sich weniger vorteilhaft auf die Platzierung in den Suchergebnissen auswirken, nicht auf Vermutungen oder „Trial and Error“. Analysieren Sie stattdessen ganz genau das Keyword-Suchvolumen (die Häufigkeit, mit der nach diesem Begriff gesucht wird) und die Schwierigkeit, mit diesem Suchbegriff gegen Wettbewerber zu bestehen.

Der ideale Suchbegriff hat ein sehr hohes Volumen und eine sehr niedrige Schwierigkeit, aber dies ist selten. Realistisch betrachtet brauchen Sie einen Begriff, mit dem Sie sich behaupten können und ein vernünftiges Suchvolumen erzielen.

Setzen Sie aber kein Keyword ein, das nicht wirklich relevant für Ihre App ist, auch wenn es hinsichtlich Suchvolumen und Schwierigkeit noch so verlockend erscheint. Letztlich verschwenden Sie so wertvolle Zeichen für ein Wort, das für Nutzer, die sich für Ihre App tatsächlich interessieren, irrelevant ist.

Auf die Konkurrenz achten

Beim Finden der besten Keywords müssen Sie auch Ihre Wettbewerber genau im Auge haben. Indem Sie die Ränge der Konkurrenz bei bestimmten Keywords analysieren oder ermitteln, welche anderen Apps unter Ihren Keywords auftauchen, erhalten Sie ein Gespür dafür, welche Keywords in Ihrem Segment am häufigsten verwendet werden und wo sich Ihnen möglicherweise strategische Chancen eröffnen.

Beschreibung nicht vergessen

Auf Google Play wirken sich starke Keywords in der Beschreibung zwar nicht so sehr auf die Findbarkeit aus wie Keywords im App-Namen, sie können jedoch organische Suchergebnisse durchaus positiv beeinflussen.

Auch wenn der App Store Ihre Beschreibung nicht nach Keywords durchsucht, kann eine gute Beschreibung ausschlaggebend sein, ob ein Nutzer Ihre App herunterlädt, nachdem er sie gefunden hat. Ungeachtet dessen kommt es auf jedes einzelne Wort an, also nehmen Sie Ihre Beschreibung nicht auf die leichte Schulter.

Nutzerrezensionen nutzen

Einer der besten Wege zur Beschreibung Ihrer App sind Nutzerrezensionen. Die Worte der Nutzer kommen bei potenziellen Kunden möglicherweise besser an als Ihre eigenen. Achten Sie darauf, mit welchen Worten die Nutzer die Features und Vorteile Ihrer App beschreiben.

Kehren wir zum vorherigen Beispiel zurück: Wenn Sie feststellen, dass Nutzer immer wieder erwähnen, wie einfach sie mit Ihrer App Billigflüge finden, spricht einiges dafür, ein Keyword wie „Billigflüge“ zu verwenden. Mit diesem Keyword landen mehr Nutzer auf der Suche nach billigen Flügen bei Ihrer App, wissen das relevante und effektive Feature zu schätzen und geben hohe Bewertungen ab, was sich wieder positiv auf Ihre Position in den Suchergebnissen auswirkt.

Kategorien wählen

Eine Keyword-Strategie ist selbstverständlich wichtig für ASO, doch betrachten Sie Keywords besser als ein Werkzeug von vielen. Auch die Auswahl einer anderen Kategorie kann Ihre Findbarkeit beeinflussen.e

Jeder App-Publisher muss selbst entscheiden, wie er seine App kategorisiert. Und dies ist eine von zwei Arten, nach denen Sie in die App Store-Ranglisten einsortiert werden: nach Kategorie und insgesamt. Ziehen Sie in Betracht, in welcher Kategorie Sie am wettbewerbsfähigsten sind und die meisten relevanten Nutzer organisch ansprechen können.

Stellen Sie sich beim Auswählen der richtigen Kategorie z. B. folgende Fragen:

  • Wohin passt Ihre App am besten?
  • Wie suchen Nutzer nach Ihrer App?
  • Wie kategorisieren sich Konkurrenz-Apps und ähnliche Apps?

Um die Findbarkeit zu erhöhen, verschieben einige Publisher ihre Apps in weniger überfüllte Kategorien und erzielen so höhere Positionen in den Top-Charts.

2016 verschob Twitter seine App aus der Kategorie „Soziale Medien“ in die Kategorie „Nachrichten“. Twitter setzte darauf, dass eine höhere Platzierung in „Nachrichten“ vorteilhafter wäre, als in „Soziale Medien“ gegen Giganten wie Facebook, Instagram, WhatsApp usw. anzutreten, und das zahlte sich aus. Kurz nach dem Wechsel war Twitter die App Nr. 1 in der Nachrichten-Kategorie.

Im iOS App Store können Sie eine primäre und eine sekundäre Kategorie angeben (bei Spielen bis zu drei Kategorien). Die primäre Kategorie ist die wichtigste, denn dort wird Ihre App in den Suchergebnissen und in den Charts angezeigt Auf dem Tab „Entdecken“ wird Ihre App jedoch in beiden Kategorien gelistet.

Bei Google Play können Publisher nur eine Kategorie für ihre App wählen, sodass es noch wichtiger ist, die Auswahl sorgfältig zu überdenken.

Es gibt viele weitere Faktoren, die bei ASO eine Rolle spielen können, aber wenn Sie zu Beginn die hier beschriebenen Grundsätze beachten, sind Sie für Ihre Veröffentlichung gut aufgestellt. Speziellere Tools und feinere Strategien können Sie dann im weiteren Verlauf einsetzen.

Hiervon ausgehend betrachten wir nun einige wichtige Strategien, mit denen Sie Interesse wecken und Downloads erzielen können, nachdem die Nutzer Ihre App gefunden haben.

Lernen Sie weiter

In der nächsten Lektion behandeln wir bewährte Vorgehensweisen für bessere Abschlussraten im App Store, zum Beispiel durch Optimieren von App-Symbolen, Screenshots, Videos u.v.m.

Nächste LektionVorherige Lektion