Lektion 3

Ihre Nutzer definieren: Grundlagen von demografischen Daten

Wie bereits besprochen, suchen Sie nach der Schnittstelle zwischen Ihren Geschäftsanforderungen und den Anforderungen Ihrer Nutzer. Ihr Geschäft kennen Sie sicher bestens, aber Ihre Nutzer wirklich zu kennen, kann weitaus komplizierter sein.

Die demografischen Daten (Geschlecht, Alter, Wohnort usw.) Ihrer Zielgruppe spielen sicherlich eine Rolle und werden auch in Kürze hier behandelt, aber Sie müssen sich unbedingt darüber im Klaren sein, dass demografische Daten für sich alleine genommen nur einen Teil der Wahrheit erzählen.

Während Sie ein detailliertes Profil Ihrer potenziellen Nutzer entwickeln, ermitteln Sie demografische Daten, Psychografien und alle kontextbezogenen Anhaltspunkte, die dafür sprechen können, dass die Nutzer Ihre App verwenden und vor allem immer wieder verwenden. Ein oberflächlicher Blick auf die gewünschten Nutzer ist nicht ausreichend. Sie müssen die Person im Gesamtkontext sehen – ihre Wünsche, ihre Bedürfnisse und ihre neuralgischen Punkte.

Demografische Daten kennen

Wir haben bereits gesagt, dass demografische Daten Ihrer Nutzer nur einen Teil der Wahrheit erzählen. So sehr das auch zutrifft, so sehr sind demografische Daten dennoch die Basis dieser Wahrheit.

Wenn Sie bereits im Geschäft sind und überlegen, wie Sie Ihre aktuellen Angebote auf den App-Markt übertragen können, werden Sie vielleicht feststellen, dass Ihre derzeitige Kundenbasis nicht mit der Zielgruppe der App-Nutzer deckungsgleich ist. Doch selbst dann sind Ihre aktuellen Daten immer noch ein großartiger Ausgangspunkt, den Sie mit App-Marktdaten erweitern können. Und wenn Sie mithilfe Ihrer App ein neues Geschäft oder einen neuen Service starten, sind allgemeine demografische Recherchen unerlässlich.

Hier folgt eine kurze Liste dessen, was Sie über potenzielle Nutzer herausfinden müssen:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Kaufgewohnheiten
  • Wohnort
  • Lieblings-Apps

Wenn Sie diese Daten besitzen, wissen Sie, wo Ihre Zielgruppe ihre Zeit verbringt, und entdecken so möglicherweise neue Gruppen, die Sie bisher nicht erreicht haben und zukünftig ansprechen können.

Die Psychografie studieren

Nach Abschluss der demografischen Recherche sollten Sie sich der Psychografie zuwenden, also der Untersuchung und Klassifizierung von Personen nach ihren Haltungen, Ansprüchen und Überzeugungen. So können Sie nicht nur herausfinden, wer Ihre App vielleicht nutzt, sondern auch warum.

Die meisten Entscheidungen im Leben werden von unterbewussten Anreizen beeinflusst – ob wir Behaglichkeit, Entlastung, Genuss, Spaß, Versorgung oder Zufriedenheit suchen. Sobald Sie die neuralgischen Punkte oder die Anreize für das Verhalten Ihrer Nutzer kennen, können Sie besser einschätzen, was Ihre App bieten muss, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Solche Anreize können auch sehr nützlich bei Ihren Branding- und Marketing-Aktivitäten sein.

Bewertungen und Rezensionen von Apps können in diesem hart umkämpften Markt eine wahre Fundgrube psychografischer Erkenntnisse sein. Achten Sie auf Momente, in denen Nutzer auf eine bestimmte App oder ein bestimmtes Feature heftig reagieren, sei es positiv oder negativ. Analysieren Sie, warum es zu 1-Sterne-Rezensionen und warum es zu 5-Sterne-Rezensionen gekommen ist. Achten Sie auf alle geäußerten Emotionen, und nutzen Sie diese Erkenntnisse, um die Wünsche und Anforderungen Ihrer Nutzer besser zu verstehen.

Lernen Sie Ihre Nutzer anhand von demografischen Daten und Psychografien kennen

Anhand der gewonnenen demografischen und psychografischen Erkenntnisse können Sie nun ein detailliertes Profil Ihres idealtypischen Nutzers entwerfen, wie es mit nur einem der beiden Datensätze nicht möglich wäre.

Allerdings fehlt noch ein weiterer Schritt, bevor Sie diese Aufgabe als erledigt betrachten können.

Idealtypischen Nutzer definieren … und finden

Treffen Sie sich mit Mitgliedern Ihrer Zielgruppe, und sprechen Sie mit ihnen. In persönlichen Gesprächen können Sie erstaunliche Facetten bezüglich der Sicht Ihrer Nutzer auf Apps (und auf die Welt im Allgemeinen) aufdecken.

Das Ziel dabei ist, ein Porträt des idealen Nutzers zu zeichnen und eine echte Beziehung zu ihm aufzubauen. Zum Beispiel: Was wünscht er sich von einer idealen Fitness-App? Gäbe es einen Nährwertzähler, der anhand von Fotos Kalorien berechnen könnte, wie oft würde er ihn nutzen? Testen Sie diese Art von Szenarien, um herauszufinden, wie Sie das perfekte Produkt für Ihre Nutzer erschaffen können.

Lernen Sie weiter

Im nächsten Thema beschäftigen wir uns mit dem Prozess der Nutzerakquise. Zunächst geht es uns vor allem darum, wie Sie hochwertige Nutzer finden, die Ihre App langfristig nutzen werden.

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