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Prognosen für den App-Markt 2017

App Annie

Was bringt die Zukunft für den App-Markt? Lesen Sie unsere Top 10-Prognosen zu interessanten Technologien und Trends.

2016 war ein phänomenales Jahr für den App-Markt. Bis Ende Dezember erwarten wir 52 Milliarden USD an Verbraucherausgaben in mobilen App Stores und atemberaubende 77 Milliarden USD an Ausgaben für mobile In-App-Anzeigen. Mobile Apps sind beim Massenpublikum etabliert wie nie zuvor, und Unternehmen aller Branchen nutzen diesen Kanal, um bestehende Umsatzströme zu stärken und neue zu erschließen.

In diesem Jahr kam es auch zu wichtigen Verschiebungen im App-Markt, von denen wir viele in unseren Prognosen für 2016 haben kommen sehen. Rückblickend zeigt sich, dass die Mehrheit unserer Vorhersagen tatsächlich so eingetroffen ist. Zum Beispiel erlebten Handels- und Online-to-Offline-Apps (O2O) in Asien eine Konsolidierungswelle, die von Didis Akquisition von Uber China ausging, wodurch Subventionskriege beendet wurden. Außerdem sagten wir voraus, dass Pokémon GO von Niantic zu einem erhöhten Interesse an Augmented Reality (AR) führen würde. Natürlich lagen wir auch manchmal daneben. Vor allem sanken die iPad-Produktivitätsdownloads im Jahresvergleich nach Einführung des iPad Pro.

2017 wird ein weiteres erfolgreiches Jahr für den App-Markt werden. Neben wichtigen Plattform-Innovationen und einem weiteren Wachstum der Mobile-First-Unternehmen werden auch immer mehr Unternehmen aus traditionellen Branchen erkennen, dass der Mobilsektor längst kein optionales Investment mehr ist.

App Annie-Prognosen 2017

Status des App-Markts 2017: Wachstum überall

Wir prognostizieren, dass die Gesamtausgaben für mobile Apps einschließlich App Store-Ausgaben und Anzeigenausgaben im Jahr 2017 die Marke von 166 Milliarden USD erreichen.

  • Die Gesamtausgaben durch die Verbraucher in mobilen App Stores werden bei 65 Milliarden USD liegen. Spiele bleiben der Hauptmotor für diesen Umsatz, aber die Abonnement-Umsätze durch Dating- und Medienstreaming-Apps werden schneller wachsen.
  • Die Gesamtausgaben für In-App-Anzeigen werden bei 101 Milliarden USD liegen. Soziale Medien, Videoplattformen und Spiele werden weiter den Löwenanteil dieser Umsätze auf sich vereinen. Innerhalb dieser Kategorien werden mobile Videoanzeigenformate das schnellste Umsatzwachstum erzielen. Außerdem wird die Markenwerbung ein wichtiger Faktor sein und auf 12,5 % der Gesamtausgaben für mobile In-App-Anzeigen kommen.
  • Die Nutzungsdauer bei Shopping-Apps wuchs in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 weltweit (ohne China) im Jahresvergleich um 52 %, hauptsächlich durch das Wachstum beim mobilen Handel. Für 2017 erwarten wir, dass die Ladengeschäfte für das stärkste Wachstum verantwortlich zeichnen, wenn mobile Apps die Einkaufserfahrung in Filialen revolutionieren.
  • Die Gesamtzahl der Sitzungen bei Apps anderer konventioneller Unternehmen, insbesondere Banken und Schnellrestaurants, wird 2017 ebenfalls ansteigen, da die Unternehmen zunehmend mobile Apps in ihre Aktivitäten integrieren.

Handelskonsolidierung zieht nach Westen

Für 2017 erwarten wir eine Welle der Konsolidierung bei den Handels-Apps im Westen, ganz ähnlich wie wir es dieses Jahr in Asien erlebt haben. Während der Innovations- und Erkundungsphase sammelten Startup-Unternehmen von Mitfahr- und Lieferdiensten in erheblichem Umfang Venture Capital-Investitionen, um Wachstum und Nutzerakquise zu finanzieren. Rabatte zählten zu den primären Methoden, um neue Nutzer anzulocken, doch diese verhinderten auch eine nachhaltige ökonomische Basis. Mit zunehmender Marktreife erwarten wir 2017, dass eine Konsolidierung die Wettbewerbsdynamik normalisieren und einige große Kandidaten in Richtung Börsengang führen wird.

Shortform-Video explodiert und wird zur harten Konkurrenz für terrestrisches Fernsehen

In den letzten Jahren galten Netflix und Premium-Videostreaming-Dienste als potenzielle Störfaktoren für das traditionelle Bezahlfernsehen. Jedoch betrachtet sich Netflix selbst als ein einzelnes Netzwerk und sieht sich daher im Wettbewerb mit einzelnen TV-Sendern und nicht mit den Sendern als Ganzes. Diese Einschätzung passt auch besser zu den von Netflix getätigten Investitionen in Eigenproduktionen. Angesichts der Verschiebungen im Hinblick auf die primären Verbraucherkanäle sollte diese Strategie zu weiterem Wachstum bei den Abonnenten und bei der Nutzerbindung führen. Durch das vergleichsweise beschränkte Angebot werden es Premium-Abonnement-Dienste jedoch schwer haben, das etablierte Fernsehen aus eigener Kraft zu ersetzen.

Wir glauben, dass sich dieses Machtgefüge in den kommenden Jahren aufgrund des Wachstums von Shortform- und Live-Videos auf Plattformen wie YouTube, Facebook und – demnächst – Snapchat verschieben wird. Im Oktober 2016 wuchs in den USA allein auf YouTube die Nutzungsdauer von Android-Nutzern um fast 45 %. Und wir rechnen mit weiterem Wachstum für 2017, wenn die Medienunternehmen ihre Investitionen in dedizierte Inhalte erhöhen. Mit der Zeit wird dies zu einem echten Umbruch werden, da weniger Zeit für terrestrisches Fernsehen verbleibt, insbesondere bei den jüngeren Altersgruppen. Dies führt zu einer erhöhten Abnabelung von herkömmlichen TV-Sendern und einer größeren Anzahl von Nutzern, die gar kein terrestrisches Fernsehen mehr konsumieren.

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Die Nutzungsdauer auf YouTube geht durch die Decke und liegt um eine Größenordnung höher als bei anderen führenden Premium-Video-Apps. Wir erwarten, dass Snapchat aufgrund der Konzentration auf Shortform-Videos die mobile App von Netflix nächstes Jahr nach Nutzungsdauer überholt.

Einfluss von Chatbots bleibt begrenzt, B2C-Messaging wächst

Im Jahr 2016 drehten sich die meisten Diskussionen über Chatbots um das Konzept des dialogorientierten Handels. Das Gegenargument hierzu ist die bloße Existenz der On-Demand-Wirtschaft. Lieferservice- und Mitfahr-Apps existieren, weil sie Hindernisse abbauen – der Dialog wird durch eine grafische Benutzeroberfläche (GUI) ersetzt. Die Macht des Messagings dagegen liegt darin, dass es bestehende Dialoge effizienter macht, beispielsweise im Kundendienst oder im After-Sales-Service. Facebook wird hierzu mit der zunehmenden Integration von Facebook-Seiten in Messaging-Apps wie Facebook Messenger und WhatsApp wohl hauptverantwortlich beitragen. Chatbots werden zwar eine Rolle spielen, aber die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz werden nicht ausreichen, um schon 2017 vollständige Kundendienstdialoge führen zu können. Die Einsatzfelder von Chatbots bleiben eher auf Benachrichtigungen und die Weiterleitung von Nutzern an die passenden menschlichen Kontakte beschränkt.

Sprachbasierte Suche ist im Kommen – aber noch lange kein Mainstream

Google präsentierte mit der Vorstellung von Google Assistant eine kühne Vision einer sprachbasierten Zukunft. Auch wenn wir glauben, dass dies zu einem Anstieg der sprachbasierten Suchanfragen auf Mobilgeräten erhöhen wird, rechnen wir nicht mit einer nennenswerten Verschiebung in den Nutzungsmustern. Wir haben geschätzt, dass Sprachinteraktionen auf Android Phones im August 2016 etwa 1,2 % der Smartphone-Sitzungen insgesamt ausmachten. Trotz einigen Wachstums bei der sprachbasierten Suche rechnen wir damit, dass der Anteil von Sprachinteraktionen bei den Smartphone-Sitzungen insgesamt weiterhin deutlich unter 2 % bleiben wird. Dies liegt daran, dass die bestehenden auf Tippen basierten Interaktionen tief im Verhalten verwurzelt sind und sich dies in der jetzigen Phase der Marktreife auch nicht verschieben wird. Gleichwohl werden Bildschirmvorschläge, die auf derselben AI fußen, weiter an Fahrt gewinnen.

Instant Apps und verteilte Entdeckung verändern gemeinsam die App-Navigation

Instant Apps, eine Methode, mit der Android-Apps ohne Downloads zugänglich sind, zählten zu den wichtigsten Ankündigungen auf der diesjährigen Google I/O. Entwickler werden diese Methode 2017 allmählich übernehmen, zunächst bei seltener genutzten Apps, insbesondere aus den Sektoren Reisen, Lieferservices und Einzelhandel. Anschließend folgen Apps, die nicht viel Nutzerzeit erfordern, zum Beispiel Mitfahr-Apps. Dank eines Trends, den wir „verteilte Entdeckung“ nennen, wird dies umso bedeutender. Statt sich auf die App Stores als alleinigen Ort zur Entdeckung von Apps zu verlassen, ermöglicht Google die Entdeckung nun über das ganze unternehmenseigene Portfolio. Google Maps wird zunehmend zur Quelle für App-Entdeckung mit Deep Links zu Mitfahr-, Hotelbuchungs- und Lieferservice-Apps. Außerdem sendet Google Nearby App-Aufforderungen, wenn sich Nutzer in der Nähe von Büros oder Läden befinden. Und schließlich zielen Google-Suche, Google Now und Google Assistant alle auf App-Entdeckung in verschiedenen Kontexten ab. Ein ähnlicher Trend zeichnet sich in China mit den „kleinen Programmen“ von WeChat ab.

Pokémon GO widersteht Klonversuchen, und Niantic erweitert Spielportfolio

In den letzten Jahren mussten alle erfolgreichen Spielepublisher gegen Klone ihrer Spiele antreten. Die Spiele von Niantic – insbesondere Pokémon GO – stellen eine Ausnahme von dieser Regel dar. Die zugrunde liegende standortbezogene Spielplattform basiert auf einem hochwertigen Softwarepaket (das auf der API von Google Maps und Places fußt) und auf Millionen von durch Nutzer bereitgestellten Standorten der Spieler von Ingress, Niantics vorherigem Spiel. Dadurch besitzt Niantic das erste strukturell verteidigungsfähige Geschäftsmodell im Spielesektor. Zumindest für 2017 erwarten wir, dass die einzigen standortbezogenen AR-Spiele von Niantic selbst und aus deren Partnerschaften mit anderen IP-Eigentümern kommen werden. Die Anzahl der Nutzerinteraktionen bei Pokémon GO wird sich zu einem gewissen Grad normalisieren, wird aber deutliche Spitzen während der regelmäßigen In-Game-Events und bei Einführung neuer Features aufweisen. Außerdem rechnen wir damit, dass sich weitere Einzelhandelsunternehmen für das Niantic-Programm zu AR-basierten gesponserten Standorten anmelden, um ihre Kundenzahlen zu erhöhen.

Smartphone-basierte AR-Elemente sickern in Apps ein

Schon kurz nach der Veröffentlichung von Pokémon GO haben wir dargelegt, dass dieses Spiel das App-Ökosystem ergänzen und keine nennenswerten Auswirkungen auf den Wettbewerb haben würde. Das AR-basierte Gameplay zielte auf die Zeit der Nutzer ab, die sie normalerweise nicht mit ihren Smartphones verbringen. Wir haben bereits einige weitere Firmen aus verschiedenen Branchen beobachtet, die diesen Trend zur Festigung ihrer Kundenbeziehungen nutzen, von Sears (Einzelhandel) und Swissquote (Banking) bis hin zu Catch Coco von TBS (Medien- und Unterhaltung). Wir rechnen damit, dass 2017 weitere Unternehmen mit Smartphone-AR experimentieren werden, vor allem solche, die auf eine physische Anwesenheit angewiesen sind.

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Das spektakuläre Wachstum von Pokémon GO war weitestgehend eine Ergänzung des App-Markts und hatte geringen bis keinen Einfluss auf andere Apps oder Spiele.

Virtuelle Realität verlegt sich auf Mobilgeräte

Die Akzeptanz mobilen VR-Zubehörs wie Gear VR und Daydream Viewer von Google wird PC-basierte VR-Geräte wie HTC Vive und Oculus Rift rasant überholen. Dies liegt an den erheblich geringeren Kosten und einer größeren Bandbreite der Einsatzfelder, darunter 360-Grad-Videos für Nachrichten, Sport, Unterhaltung und sogar für Bildung. Bis zum Ende des Jahres erwarten wir für mobile VR eine Akzeptanz, die etwa der von Sprachassistenten im Jahr 2016 entspricht.

Neue Plattformen: Sprachassistenten blieben Nischenprodukte, der Wearable-Hype verschiebt sich zu Brillen

Sprachassistenten:

Amazon Echo war 2016 der Vorreiter des Hypes. Early Adopter sprangen reihenweise auf den futuristischen Zug auf, was bis November 2016 zu etwa 3,5 Millionen kumulativen Downloads der zugehörigen Begleit-App führte. Dank der wachsenden Bandbreite von „Skills“ und der kürzlich erfolgten Veröffentlichung von Google Home wird die Akzeptanz weiter zunehmen. Dennoch bleiben Sprachassistenten 2017 ein Nischenprodukt, da die vergleichsweise geringe Anzahl anderer verbundener Heimgeräte die massenhafte Akzeptanz verlangsamt.

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Die Begleit-App Amazon Alexa wurde auf iOS und Google Play zusammen insgesamt 3,5 Millionen Mal heruntergeladen. Die überwiegende Mehrheit dieser Downloads stammt aus den USA.

Wearables:

Das Interesse für Smartwatches bei Verbrauchern und Entwicklern konnte nicht ganz an den Hype vor einigen Jahren anknüpfen. Daher glauben wir, dass OEMs und Plattform-Eigentümer ihre Investitionen auf Smartglasses verlagern werden, von einfachen Kamerabrillen wie Snap Spectacles bis zu voll entwickelten AR-Plattformen wie Microsoft HoloLens. Da die zugrunde liegende Technologie jedoch noch wenig ausgereift ist, lässt sich der kommerzielle Erfolg für das Jahr 2017 nur sehr schwierig einschätzen.

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Hinweise:

  • App Annie Intelligence ist derzeit für den iOS App Store und für Google Play erhältlich. Zurzeit sind keine Schätzungen für andere App Stores wie den Amazon App Store verfügbar. iOS und Google Play sind in einer Vielzahl von Ländern führend auf dem App-Markt, es gibt jedoch Ausnahmen. China verfügt zum Beispiel über mehrere große Drittanbieter-App Stores für Android.
  • App Annie Usage Intelligence-Daten für Smartphones und Tablets wurden aus mobilen Nutzungsdaten einer großen Stichprobe von realen Nutzern in Kombination mit weiteren unternehmenseigenen Datasets abgeleitet.
  • App Annie erfasst die Nutzung auf Geräteebene über eine per Hash-Funktion verschlüsselte Geräte-ID. Die Daten werden nur in aggregierter Form an Dritte weitergegeben.
  • Einige in diesem Bericht verwendeten Marken und/oder Bilder gehören möglicherweise Drittparteien und sind Eigentum der jeweiligen Besitzer. App Annie hält keinerlei Rechte an solchen Marken oder Bildern.

2016 M12 7

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